Arbeitsbereich Soziologie sozialen Wandels

Arbeitsschwerpunkte

  • Sozialer Wandel
  • Sozial-ökologische Transformation
  • Gender, Care und soziale Reproduktion
  • Arbeit und Emotionen, Affekttheorie(n)
  • soziale Bewegungen und zivilgesellschaftliche Organisationen
  • Daseinsvorsorge, Wohlfahrtsregime und Sozialpolitik
  • Partizipative Methoden
  • Kritische Gesellschaftstheorie
  • politische Ökonomie
  • Arbeitssoziologie

Leitung

 

Assoz. Prof. Emma Dowling, MSc MRes PhD

 

Rooseveltplatz 2

1090 Wien

Raum: R.205

T: +43-1-4277-49203

emma.dowling@univie.ac.at

 

Mit einer Kombination aus feministischer politischer Ökonomie, politischer Soziologie und Arbeitssoziologie erforscht Emma Dowling die Dynamiken von Krise und Wandel in Wohlfahrts- und Care-Regimen und beschäftigt sich seit langem mit der Inwertsetzung von Emotionen im Kapitalismus. Sie studierte Politik, Internationale Beziehungen und Globale Ethik an der University of Birmingham sowie Gesellschafts- und politische Theorie an Birkbeck, University of London. Ihre Promotion in Politikwissenschaft schloss sie 2010 an Birkbeck, University of London ab und habilitierte sich 2019 in Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Für ihre Arbeiten zur Care-Krise wurde Emma Dowling 2022 mit einem Kaethe-Leichter-Preis für wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Gleichstellung in der Arbeitswelt und 2023 mit einen Kurt-Rothschild Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet. Ihr Buch The Care Crisis wurde 2022 für den Buchpreis der British International Studies Association International Political Economy Group nominiert. Emma Dowling ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des internationalen Projekts ReDigIm, das Bedeutungen und Praktiken von Umverteilung im Kontext der Digitalisierung untersucht. Zudem ist sie gründendes Vorstandsmitglied des Kompetenzzentrums für Alltagsökonomie, öffentliche Infrastrukturen, Daseinsvorsorge und Nahversorgung in Wien.


Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Susanna Azevedo

Susanna Azevedo untersucht affektiv-diskursive Praktiken im Kontext der Wohnungskrise in Wien und Lissabon. Mittels qualitativer Interviews mit Vermieter*innen, Immobilienmakler*innen und Mieter*innen erforscht sie die Rolle von "Bauchgefühl" (von Mieter*innen und anderen "Gatekeepern") bei Vermietungspraktiken. Theoretisch verortet ist ihre Arbeit in Feminismus- und Affekttheorie und sowie Literaturtheorien. Ihr Dissertationsprojekt wird von der Österreichischen Akademie der Wissenschaft finanziert und ist Teil des Doc-Teams "Explicit and Implicit Rules of Competition" (EIROC) zusammen mit Laura Porak (JKU Linz) und Theresa Hager (JKU Linz).

Leon Romauch studiert Soziologie und Philosophie an der Universität Wien und ist am Institut für Soziologie als Studienassistent beschäftigt. Seine Interessen liegen vorrangig in der Arbeits- und Wissenssoziologie. Er war zudem wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem von der Arbeiterkammer Wien finanzierten Projekt zu Arbeitsbedingungen und Beschäftigungsverhältnissen in der privaten Autobusbranche in Österreich.


Dissertant*innen

Linda Ghirardello

Linda Ghirardello forscht zum Thema Arbeit in der sozial-ökologischen Transformation und verbindet soziale und ökologische Perspektiven um die Veränderung von Arbeitspraktiken, wie das Arbeiten von zu Hause, zu untersuchen. Indem sie nachhaltige Arbeit als eine Arbeit versteht, die planetarische und soziale Reproduktion ermöglicht, untersucht sie die Auswirkungen von Homeoffice auf soziale Reproduktion, Ungleichheiten, und Umwelt. Konkret diskutiert sie mit Blick auf das 20. Jahrhundert die Kontinuitäten und Veränderungen der Lohnarbeit, die innerhalb des eigenen Zuhauses verrichtet wurde, aus einer Klassen- und Geschlechterperspektive und verwendet einen empirischen Ansatz, der sowohl statistische als auch interpretative Methoden umfasst, um die gegenwärtigen Verflechtungen des Homeoffice zu untersuchen. Dazu gehört die Frage, wie sich das Arbeiten von zu Hause auf die geschlechtsspezifische Verteilung von Arbeit, Zeitverwendung und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen auswirkt sowie die Betrachtung des Homeoffice im Kontext von Care-Mobilität in Städten und von strukturellen Ungleichheiten zwischen Stadt und Land. Damit sollen die Synergien und Zielkonflikte des Homeoffice zwischen seinen sozialen und ökologischen Wirkungen erarbeitet werden.

Peter Peinhaupt

Peter Peinhaupt ist Sozialarbeiter in der Anti‑Gewalt‑Arbeit mit Männern*. Seine Dissertation entspringt der Frustration, dass Betroffene oft nicht ausreichend unterstützt, der Umgang mit Gewaltanwendenden wenig effektiv und Gewalt nur schwer dauerhaft zu durchbrechen ist. Mit interpretativen und partizipativen Methoden untersucht er die Kultur des Wiener Gewaltschutzes: Anhand einer Situational Analysis deckt er Zusammenhänge, Elemente, Diskurse und Anforderungen auf, die der Gewaltschutz an seine Adressat*innen und Professionist*innen stellt. Im Fokus stehen Versicherheitlichungsprozesse sowie psychologisch‑psychiatrische Vorgaben – und die Frage, was es bedeutet, Opfer, Survivor oder Täter*in zu sein. Sein Ziel ist es, neue Interventionen und Begleitungsformen im Wiener Gewaltschutz anzustoßen und die Praxis wirksam zu verbessern.

 

Felix Wagenitz

Felix Wagenitz forscht zur Rolle von organisierter Arbeit in der sozial-ökologischen Krise und Transformation. In seiner Dissertation unter der Betreuung von Prof. Emma Dowling (Uni Wien) und Prof. Markus Wissen (HWR Berlin) untersucht er aus arbeits- und industriesoziologischer Perspektive die gewerkschaftliche und betriebliche Bearbeitung von Transformationskonflikten am Beispiel der deutschen Automobilindustrie. Die Schwerpunkte seines Forschungsprojekts liegen auf der historischen Aufarbeitung von Arbeitskämpfen um (Rüstungs-)Konversion, Ökologie und Mitbestimmung sowie Fallstudien zur gegenwärtigen Gewerkschaftspraxis im Kontext der Mobilitätswende und den Perspektiven von Beschäftigten auf betriebliche Transformationsprozesse. Das qualitative Forschungsdesign basiert auf leitfadengestützten Interviews, teilnehmender Beobachtung und Archivrecherchen. Die Forschung ist im Feld der Environmental Labour Studies verortet und fragt nach Bedingungen unter denen Beschäftigte, Gewerkschaften und soziale Bewegungen kollektive Handlungsfähigkeit entwickeln und Transformationsprozesse aktiv mitgestalten können.

 

Stela Houserova