Publikationen

In Artikeln nationaler und internationaler Fachjournals, Büchern, Beiträgen in Sammelbändern, Working Papers, u.v.m. präsentieren und diskutieren die Autor*innen die neuesten sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse aus der umfangreichen Forschungsarbeit, die am Institut für Soziologie geleistet wird.

Erwerbsarmut in Österreich aus Geschlechterperspektive

Autor(en)
Christina Siegert
Abstrakt

Der Beitrag widmet sich anhand österreichischer EU-SILC-Querschnittsdaten (2017 bis 2019) der Frage, ob und wie sich unselbständig beschäftigte Frauen und Männer hinsichtlich ihres Erwerbsarmutsrisikos auf Basis des Personeneinkommens unterscheiden. Dazu werden auf Basis der individuellen Beschäftigungssituation, des gestaffelten Personeneinkommens (Erwerbseinkommen, andere Personeneinkommen, anteilige Haushaltseinkom-men) und haushaltsspezifischer Armutsschwellen Erwerbsarmutsquoten für Frauen undMänner ausgewiesen. Ausgehend von Überlegungen zur Arbeitsmarktbenachteiligung und finanziellen Abhängigkeit von Frauen stehen geschlechts- und haushaltsspezifische Beschäftigungsstrategien, erfasst durch Beschäftigungsausmaß und Lohnhöhe, und deren Konsequenzen für das individuelle Erwerbsarmutsrisiko im Zentrum der Analyse. Potenzielle Zusammenhänge werden mit Hilfe von Kontingenz- und logistischen Regres-sionsanalysen überprüft, womit dieser Beitrag neue Erkenntnisse über die haushalts- undgeschlechterspezifische Situation unselbständig beschäftigter working poor in Österreich liefert. Die Resultate weisen darauf hin, dass Frauen häufiger teilzeit- und niedriglohnbeschäftigt sind und in Paarhaushalten mehrheitlich nur einen Zuverdienst zum Haushaltseinkommen leisten, während Männer überwiegend Allein- oder Hauptverdiener sind. Frauen sind stärker als Männer auf Einkommenskomponenten jenseits des eigenen Erwerbseinkommens angewiesen, um Erwerbsarmut zu vermeiden. Aber nicht Frauen per se, sondern ausschließlich (die überwiegend teilzeitbeschäftigten) Mütter sind gegenüber Männern einem erhöhten Erwerbsarmutsrisiko ausgesetzt. Könnten erwerbstätige Mütter nur auf ihr Erwerbseinkommen oder andere Personeneinkommen zurückgreifen, wäre mindestens jede Zweite von ihnen working poor.

Organisation(en)
Institut für Soziologie
Journal
Wirtschaft und Gesellschaft
Band
47
ISSN
0378-5130
Publikationsdatum
2022
Peer-reviewed
Ja
ÖFOS 2012
504002 Arbeitssoziologie, 504003 Armut und soziale Ausgrenzung, 504007 Empirische Sozialforschung, 504014 Gender Studies
Schlagwörter
Link zum Portal
https://ucris.univie.ac.at/portal/de/publications/erwerbsarmut-in-oesterreich-aus-geschlechterperspektive(2658d917-5e57-4e1c-8636-2a4ae6e6d5b6).html