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"300.000 Arbeitenden in Österreich reicht ihr Lohn kaum zum Leben, stellen die Soziologen Roland Verwiebe und Nina-Sophie Fritsch in einer Studie fest. Das entspricht 16,5 Prozent der Werktätigen, die - Vollzeit oder Teilzeit - pro Monat nicht mehr als 950 Euro verdienen. Österreich sei mit "wachsender sozialer Ungleichheit" konfrontiert, resümieren die Autoren. Besonders gefährdet, zu den working poor zu gehören, sind Frauen und Migranten."

Public Engagement Activities

Österreich: 300.000 Menschen arm trotz Arbeit

Nina-Sophie Fritsch
2011-03-21

Österreich: 300.000 Menschen arm trotz Arbeit

Den Begriff "Working Poor" kannte man lange Zeit nur aus den USA. Dass aber auch in Österreich immer mehr Menschen durch ihre Arbeit nicht genug Geld verdienen, um zu überleben, belegen nun österreichische Soziologen. Laut ihrer Analyse finden 300.000 Menschen mit ihrem Einkommen kein Auskommen.

Besonders häufig arbeiten sie in Wäschereien und bei Reinigungsfirmen, in Frisör- und Kosmetikstudios sowie in der Landwirtschaft und bei Banken, überdurchschnittlich oft sind sie Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund. Roland Verwiebe und Nina-Sophie Fritsch zeichnen ein detailliertes Bild der österreichischen "Working Poor".

Die Studie:"Working poor: Trotz Einkommen kein Auskommen - Trend- und Strukturanalysen für Österreich im europäischen Kontext" ist in Heft 1/2011 der "Sozialwissenschaftlichen Rundschau" erschienen.

Früher konnte man schnell jene Gruppen benennen, die besonders durch Armut gefährdet waren: Arbeitslose und obdachlose Menschen, Pensionistinnen und Pensionisten sowie alleinerziehende Mütter und Väter. Sie waren entweder gar nicht oder nur zum Teil erwerbstätig, daher auch das geringe Einkommen.

Heute sei Armut aber kein Problem des "unteren Randes" der Gesellschaft, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, schreiben Roland Verwiebe und Nina-Sophie Fritsch in ihrer Studie. Erwerbsarbeit schütze nicht mehr vor Verarmung, auch ein Vollzeitjob bringe immer häufiger nicht genug Geld, um abgesichert leben zu können. Als "Working Poor" verstehen die Forscher jene Menschen, die trotz einer unbefristeten Vollzeitstelle nicht mehr als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verdienen - 2008 waren das rund 950 Euro monatlich.

Am meisten "Working Poor" gibt es in Südeuropa und in den ehemals sozialistischen Ländern. Über zehn Prozent der Vollzeit arbeitenden Menschen sind dort laut Studie akut von Armut bedroht. Als Gründe führen die Autoren zum einen die geringen Mindestlöhne an, zum anderen die Lücken im Sozialsystem. In Finnland leben die wenigsten "Working Poor": 3,7 Prozent galten dort 2009 als armutsgefährdet.

Um herauszufinden, wer in Österreich besonders von den Veränderungen am Arbeitsmarkt betroffen ist, zogen Verwiebe und Fritsch die "Statistics on Income and Living Conditions" der EU heran. Die aktuellsten Daten erfassten die Jahre 2004 bis 2008. Durch die Auswertung zeigte sich, dass in Österreich im Jahr 2008 rund 300.000 Menschen nicht mehr als 950 Euro brutto im Monat verdienten. Zieht man den Nettolohn heran, waren 16,5 Prozent der Erwerbstätigen aufgrund ihres geringen Einkommens von Armut bedroht - dieser Wert unterscheidet nicht zwischen Vollzeit- und Teilzeitjobs. Aber auch wenn man nur jene Menschen mit einer unbefristeten 40-Stunden-Arbeit heranzieht, bleiben noch immer sechs Prozent, die ein solcher Job nicht vor Verarmung schützt.

Es sind aber nicht alle Beschäftigten gleichermaßen davon bedroht, eines Tages zu den "Working Poor" zu zählen. "Weibliche Vollzeitbeschäftigte haben ein doppelt so hohes Armutsrisiko" als ihre männlichen Kollegen, schreiben die Studienautoren. Ebenfalls großen Einfluss hat die Bildung: Unqualifizierte Arbeitnehmer sind deutlich stärker von Armut bedroht als Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung - gleiches gilt für Beschäftigte in Kleinbetrieben (weniger als 50 Beschäftigte).

Auch hinsichtlich der Berufsfelder gibt es Unterschiede: Von 2004 bis 2008 hat sich das Armutsrisiko für Menschen, die in der Landwirtschaft und bei Banken arbeiten, deutlich erhöht. "Bei den Banken ist der Zuwachs auf den starken Ausbau von gering entlohnten Tätigkeiten im Kredit- und Versicherungswesen zurückzuführen", schreiben Verwiebe und Fritsch. Besonders betroffen sind auch Beschäftigte im, wie es offiziell heißt, "personenbezogenen Dienstleistungsbereich" - damit gemeint sind schlecht bezahlte Tätigkeiten in Wäschereien und Reinigungen, im Frisör- und Kosmetikbereich und in der Reparatur von Gebrauchsgütern.

Und was die Daten auch zeigten: Migrantinnen und Migranten sind deutlich stärker von Armut bedroht als österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das Risiko bei dieser Gruppe ist zwischen 2004 und 2008 sogar deutlich gestiegen, so die Soziologen. Ebenfalls armutsgefährdet sind kinderreiche Familien.

"Österreich reiht sich in die Gruppe jener Länder ein, die mit wachsender sozialer Ungleichheit konfrontiert sind", fassen Roland Verwiebe und Nina-Sophie Fritsch ihre Studie zusammen. Und Österreich ist nicht alleine in Europa, die Wirtschaftskrise hat in nahezu allen Staaten die Zahl der armutsgefährdeten Menschen in die Höhe getrieben. Gefragt wäre daher ein europäischer Ansatz, meint auch Karin Heitzmann, die im selben Heft der SWS-Rundschau einen Beitrag über die EU-Politik gegen Armut und soziale Ausgrenzung verfasst hat.

Ihrer Analyse nach ist es der EU bisher aber nur gelungen, in den Mitgliedsstaaten das Bewusstsein für das Problem Armut zu erhöhen, konkrete politische Maßnahmen lassen auf sich warten. "Der Fokus der Union liegt weiterhin auf Wachstums- und Beschäftigungszielen, während die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung keine gleichberechtigte Rolle spielt", schreibt Heitzmann. Sie werde deshalb "wohl auch in den nächsten zehn Jahren bestenfalls eine Randnotiz des Europäischen Projekts bleiben."

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