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Assoz. Prof. Dr. Roswitha Breckner

Foto: Luiza Puiu
Adresse:A-1090 Wien, Rooseveltplatz 2
Zimmer:302
Telefon:+43 (1) 4277-48217
Fax:+43 (1) 4277-49109
E-Mail:roswitha.breckner@univie.ac.at
Sprechstunde:nach Anmeldung, Mittwochs 14 - 15 Uhr

vorlesungsfreie Zeit: nur nach Vereinbarung

Forschungsschwerpunkte

  • Visuelle Soziologie, insbesondere Bildanalyse
  • Methodologie und Methoden interpretativer Sozialforschung / Biographieforschung
  • Migration in biographischer Perspektive
  • Konzepte zum 'Fremden'
  • Biographie und Sozialpolitik
  • Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich

 

Forschungsprojekte

Visuelle Kommunikation auf Facebook. Eine biographieanalytische Perspektive

Der alltägliche Gebrauch von Fotografie bedient sich heute nahezu ausnahmslos der digitalen Technik. Bisherige Fototheorien gehen jedoch weitgehend auf die analoge Fotografie zurück und leiten ihre soziale Funktion aus der Materialisierung eines vergangenen Augenblicks ab: der Konstruktion von ‚visuellen Erinnerungen‘ als Bestandteile von Biografien, Familien, Gruppenzusammenhängen sowie größeren Kollektiven, die ohne Fotografien in spezifisch bildlicher Weise nicht existieren würden. Dieses Verständnis von Fotografie wird von der Bildkommunikation in sozialen Netzwerken, die nicht auf ‚Bewahren und Festhalten‘ ausgelegt ist, sondern in weiten Teilen flüchtiges Kommuniktionsmittel bleibt, herausgefordert.
Im Projekt wird aus einer biographieanalytischen Perspektive danach gefragt, inwiefern mit dem medialen Wandel auch eine grundlegende Veränderung der Konstruktion von Biografien verbunden ist und inwiefern herkömmliche Praktiken der Herstellung visueller Biographien in den neuen Medien lediglich fortgesetzt werden. Welche neuen medialen Gestaltungspraktiken von Biographien entstehen? Welche gesellschaftlich bereits etablierten Aspekte der Konstruktion von Biographien erhalten durch neue mediale Szenarien eine andere Bedeutung? In welcher Weise werden Funktionen des Umgangs mit privaten Fotografien und Bildern in die neuen Medien transferiert?
Ziel des Projektes ist es, mit visuellen Segment- und textbasierten Narrationsanalysen die biografischen Implikationen der neuen Formen der Bild-Text-Kommunikation zu rekonstruieren und ihren theoretischen Status zu bestimmen. Visuelle Segmentanalyse rekonstruiert, wie aus der Beziehung und formalen Organisiertheit verschiedener Bildelemente beim Betrachten eine Bildgestalt entsteht, die zum Teil bestimmbare, zum Teil unbestimmt bleibende Bedeutungs- und Sinnbezüge in diskursiven Verweisungszusammenhängen generiert. Narrationsanalyse erschließt das textliche Potential der Äußerungen, wie sie auf Facebook in Verbindung mit den Bildern eine Biographie als Geschichte mit spezifischen Zeit- und Ereignisbezügen entstehen lassen, ohne dass deren Gestaltung intendiert sein muss. Auf der Basis biographisch-narrativer Interviews, ergänzt durch Gespräche zu Praktiken des Umgangs mit Bildern und Fotografien in lebensweltlichen Bezügen, soll der Verschränkung respektive Differenz der Konstruktionsprozesse von online- und offline-Biographien nachgegangen werden.
Eigenprojekt. Laufzeit: 2014 -

Migration im Bild - Bilder von Migration

zusammen mit: Christiane Hintermann (Österreichische Akademie der Wissenschaften), Karin Liebhart (Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien), Klara Löffler (Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien)

Ausgehend von der Tatsache, dass in der öffentlichen Bilderwelt klischeehafte Darstellungen von Migration und Menschen mit Migrationserfahrungen vorherrschen, fragt das Projekt vergleichend in verschiedenen Städten an der ehemaligen europäischen Ost-West-Grenze nach Fremd- und Selbstbildern von Angehörigen unterschiedlicher migrantischer Communities, die mit dem „südosteuropäischen Rand von Europa“ (Serbien und Türkei) verbunden sind. Im Zentrum steht die Erforschung des Bildermachens und -zeigens in privaten Haushalten, in städtischen Wohnumgebungen und transnationalen medialen sozialen Räumen. Dies wird verstanden als ein in biographischen Erfahrungen und alltäglichen Praktiken verankerter Prozess der Entwicklung von Selbst- und Fremdbildern im Kontext migrationsbedingter urbaner Vielfalt. Diese Prozesse werden differenziert nach nachbarschaftlichen Milieus, Generationen sowie ethnisch-kulturellen Selbst- und Fremdzuschreibungen und -zugehörigkeiten mittels eines komplexen multidisziplinären methodischen Designs erforscht. Das Prinzip des reflexiven Dialogs innerhalb und zwischen verschiedenen Communities sowie zwischen ForscherInnen und Beforschten ist dabei leitend.
Antragsphase


Bilder in sozialen Welten. Zur interpretativen Analyse von Bildern und Fotografien

Bildliche Materialien sind für soziologische, sozialwissenschaftliche und historische Forschungsfragen reichhaltige, methodisch jedoch noch wenig genutzte Quellen. Ziel dieses Projektes ist es, ein methodisches Interpretationsverfahren zur Analyse von Bildern im Kontext sozialwissenschaftlicher Gegenstandsbereiche und Fragestellungen zu entwickeln. Als Grundlage hierfür wird zunächst theoretisch geklärt, wie sich Bilder in der sozialen Welt konstituieren, wie Verhältnisse von Bild und Wirklichkeit, Bild und Wahrnehmung, Bild und Sprache, Bild und Geschichte(n) bzw. Narration beschaffen sind und welche Bedeutung spezifisch fotografischen Bildern in verschiedenen Bereichen sozialer Wirklichkeiten zukommt. Anhand exemplarisch ausgewählter thematischer Felder, von denen ausgegangen wird, dass sie hohe Relevanz in der Konstitution bildlich-sozialer Phänomene aufweisen, wird ein konkretes Analyseverfahren entwickelt und erprobt. Im Einzelnen handelt es sich um öffentlich-private fotografische Selbstpräsentationen von ökonomischen Eliten in einem Wirtschaftsmagazin, um eine Fotografie von Helmut Newton im Darstellungsraum von Körperbildern und Geschlechterverhältnissen, um ein privates Familienalbum mit familialen, generationellen und zeithistorischen Bezügen sowie um die Darstellung von ‚Fremden’ im öffentlichen Raum, ausgehend von Spendenkampagnen.
Das Projekt wurde von Oktober 2003-Januar 2004 gefördert durch ein Research Fellowship am Internationalen Forschungszentrum für Kulturwissenschaften (IFK). Eine Buchpublikation ist unter dem Titel 'Sozialtheorie des Bildes. Zur interpretativen Analyse von Bildern und Fotografien' 2010 bei transcript / Bielefeld erschienen.
Habilitationsprojekt. Laufzeit: 2002 - 2008


Befragung von Zeitzeugen des Nationalsozialismus

Konzeption und Durchführung eines Interviewprojektes mit Zeitzeugen des Nationalsozialismus. Ziel des Projektes war es, sogenannte ‚Mitläufer‘ und ‚Täter‘ im Nationalsozialismus als Zeitzeugen zu befragen, um sowohl damalige Involviertheiten in das NS-System differenziert sichtbar machen zu können, als auch biographische Verarbeitungsmuster aufzuzeigen.
Projektmitarbeiter: Roswitha Breckner, Manfred Jurgowsky (Leitung), Maria Nooke, Bettina Völter (Leitung)
Auftrag des United States Holocaust Memorial Museum (USHMM), Washington
Laufzeit: 1999-2000


Männerbiographien in Westösterreich. Faszination und Distanzierung von Nazi-Deutschland in Lebensgeschichten von Angehörigen der Jahrgänge 1910-1938

Ziel des Projektes war es, ausgehend von 23 mündlich und schriftlich erzählten Lebensgeschichten von Vorarlberger Männern und Frauen aus der sog. HJ-Generation (den um 1920 Geborenen) und der sog. Kriegsgeneration (den um 1930 Geborenen), dem Erleben der Kriegs- und Nachkriegszeit in seinen generationsspezifischen, lokalen und regionalen Bezügen nachzugehen. Die Rekonstruktion der Bedeutung dieser Zeit für die gesamte spätere Lebensgeschichte der genannten Generationen bis heute im Kontext des öffentlich-politischen Diskurses des Landes steht dabei im Vordergrund. Die Beziehung zu ‚Deutschen’ im Spannungsverhältnis von Faszination und Ambivalenz tritt als besonderes Thema und Ergebnis des Forschungsprozesses hervor.
Projektmitarbeiter: Roswitha Breckner, Wolfgang Weber (Vorarlberger Landesarchiv, Bregenz)
Gefördert von der Landesregierung Vorarlberg
Laufzeit: 1997 - 2001


Social Strategies in Risk Societies (Sostris) / Soziale Strategien in Risikogesellschaften

Untersuchungen zur biographischen Bewältigung von Risikolagen im internationalen Vergleich. Das sieben Länder umfassende EU-Projekt verfolgte das Ziel, auf biographischen Fallrekonstruktionen basierende Analysen von prekären Lebenslagen für die Entwicklung sozialpolitischer Konzepte und Maßnahmen fruchtbar zu machen. Es wurden sechs verschiedene Problemlagen (junge arbeitslose Akademiker, unqualifizierte Jugendliche, arbeitslose ehemalige Industriearbeiter, Frührentner, Alleinerziehende und Migranten) exemplarisch untersucht mit der Frage, in welcher Weise strukturelle Benachteiligung bzw. soziale Risiken im biographischen Kontext relevant und sichtbar werden, welche Orientierungsmuster und Bewälti-gungsstrategien sich hieraus entwickeln und welche sozialpolitischen Konzepte und Maßnahmen daran sinnvoll anschließen können. Meine Mitarbeit im Projekt umfaßte in den Jahren 1996-1997 die Methodenausbildung des gesamten Projektteams, die Unterstützung einzelner Teams bei der Erstellung von Fallrekonstruktionen in verschiedenen Kategorien, die Anleitung beim Vergleich von Fallrekonstruktionen in verschiedenen Kategorien sowie die Projektentwicklung auf der Basis der empirischen Analysen. Ab 1997 war ich im Teilprojekt Deutschland hauptverantwortlich für die Erstellung von Forschungsberichten in den Kategorien „Alleinerziehende Frauen“ und „MigrantInnen“, arbeitete gleichgewichtig an den Berichten zu Langzeitarbeitslosen sowie einer ‚Flagship-Agency‘-Studie mit und war an der Erstellung von Fallanalysen in der Kategorie „gering qualifizierte Jugendliche“ und „Frührentner“ beteiligt. Das Projekt wurde mit diversen Publikationen (siehe Publikationsliste) sowie einer Tagung zu „Risikobewältigung im gesellschaftlichen Umbruch. Perspektiven aktivierender Sozialpolitik“ im April 1999 abgeschlossen.
Projektmitarbeiter: insgesamt 17 aus 7 EU-Ländern; im Teilprojekt Ostdeutschland: Roswitha Breckner, William Hungerbühler, Thomas Olk
Gesamtkoordination: Mike Rustin, Prue Chamberlayne, University of East London
EU Projekt, 6. Rahmenprogramm ‘Targeted Socio-Economic Research (TSER)’, Area 3: Research on Social Exclusion and Social Inclusion
Laufzeit: 1996-1999


Migrationsprozesse von Ost- nach Westeuropa in der Zeit der Teilung Europas

Ziel dieses theoretisch-empirischen Projektes war es, den Zusammenhang zwischen Migrationserfahrungen und biographischen Prozessen zu untersuchen: Welchen Einfluss haben Migrationserfahrungen auf Biographien und umgekehrt, wie wird die Erfahrung der Migration und ihre Bedeutung durch den biographischen Kontext bestimmt? Im Zentrum der Arbeit stand die Bedeutung des Wechsels zwischen Gesellschaftssystemen, die sich infolge der Teilung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere während des Kalten Krieges gegeneinander polarisiert hatten. Die Untersuchung ist auf MigrantInnen aus Rumänien mit unterschiedlichen nationalen und kulturellen Hintergründen (rumänisch, ungarisch, armenisch, jüdisch, russisch, donauschwäbisch u.a.) konzentriert, die zwischen 1969 und 1989 in die Bundesrepublik Deutschland einreisten. Als Vergleichsbasis wurden MigrantInnen aus anderen osteuropäischen Ländern (Ungarn, Sowjetunion, Polen) sowie MigrantInnen, die in die DDR migrierten, ins Sample aufgenommen. Die Datenbasis sind zwanzig biographisch-narrative Interviews, die überwiegend zwischen 1993 und 1994 geführt wurden. Die Analyse wurde methodisch auf der Basis hermeneutischer Fallrekonstruktionen durchgeführt und hat eine konzeptionelle Beschreibung des Verhältnisses zwischen Migrationserfahrung und Biographie in den untersuchten Lebensgeschichten zum Ergebnis. Empirisch ließ sich beobachten, wie sich die Typik der Ost-West-Migrationsprozesse in ihren (familien)biographischen Bedingungen und Auswirkungen im historischen Kontext der beiden Weltkriege und der darauf folgenden Teilung Europas, sowie den sich nach 1989 restrukturierenden Bezügen zwischen Ausgangs- und Ankunftskontext und den damit verbundenen (bzw. neu zugewiesenen) Positionen und Erfahrungen der ‚Fremdheit‘ konstituiert. Dabei wurden Pro-zesse und Kontexte rekonstruiert, in denen „wir“-Identitäten biographisch bedeutsam werden.
Dissertationsprojekt. Laufzeit: 1993-2001

 

 

Institut für Soziologie
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