Die Veranstaltung ist vor allem an Doktorand*innen gerichtet, die mit der Methode der Institutional Ethnography arbeiten oder sich für sie interessieren, aber alle, die interessiert sind, sind herzlich willkommen und es sind keine spezifischen Vorkenntnisse notwendig.
Anmeldung: leon.romauch@univie.ac.at
Organisation: Forschungskolloquium Sozialer Wandel (Emma Dowling)
Dorothy E. Smith (1926-2022) zählt international zu den bekanntesten zeitgenössischen Soziologinnen. Smith ist Wegbereiterin einer feministischen Wissenssoziologie, die die gesellschaftliche Verfasstheit der Alltagserfahrung und sozialer Formen des Bewusstseins in den Mittelpunkt der Analyse stellt.
Smiths Ansatz beansprucht das Wissen von Akteur*innen darüber zu erweitern, wie Alltagserfahrung mit umfassenden gesellschaftlichen Machtverhältnissen verknüpft ist, an denen sie teilhaben, und die in ihrem Alltag häufig nicht unmittelbar erkennbar sind. Ihre Gesellschaftstheorie einer „Alltagswelt als Problematik“ kann als ein Forschungsprogramm interpretiert werden, das eine kritisch-reflexive Sozialtheorie mit einer Methodologie institutioneller Ethnographie kombiniert. Zudem legt sie empirische Analysen zur Rolle von Textdokumenten in institutionell-bürokratischen Handlungsabläufen von Arbeitsverhältnissen vor.
In ihrem Vortrag erläutert Barbara Hönig Smiths Werk in seinem biographischen und ideengeschichtlichen Kontext und rekonstruiert ebenso dessen Wirkungsgeschichte. Smiths Methodologie institutioneller Ethnographie liefert ein begriff-liches Repertoire, das in vielfältigen Zusammenhängen interdisziplinärer Sozialwissenschaft angewandt wird.
Priv.-Doz. Mag. Dr. Barbara Hönig ist Dozentin am Institut für Soziale Arbeit der FH JOANNEUM University of Applied Sciences in Graz und Autorin des Buchs Zur Aktualität von Dorothy E. Smith (2024, Springer VS).
