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 S O Z N E T

Forschungsnetzwerk universitäre und außeruniversitäre Sozialforschung


Zeitgemäße Arbeitszeiten?
Kommentare zu aktuellen Arbeitszeitdebatten

Kick-Off Veranstaltung des sozialwissenschaftlichen Forschungsnetzwerks SOZNET
Do, 18.09.2014, 17:00-20:30 Uhr, Oskar-Morgensternplatz 1, 1090 Wien
Eintritt frei. Anmeldung unter theresa.fibich@univie.ac.at

Download Programm (pdf)

 

Programm

16:30 – 17:00 Uhr

Check In

17:00 Uhr

Begrüßung Theresa Fibich (Universität Wien)
"Warum Arbeitsforschung?" Brigitte Aulenbacher (JKU Linz)

17:10 Uhr

Kommentare zu aktuellen Arbeitszeitdebatten

 

Kommentar 1: Verteilung von Arbeitszeiten in Österreich
Carina Altreiter, Theresa Fibich (Universität Wien)

Abstract: In der Diskussion um Arbeitszeiten scheiden sich die Geister. Ist Österreich aufgrund der zahlreichen Urlaubs- und Feiertage tatsächlich ein Freizeitparadies oder doch das Land der langen Arbeitsstunden? Der Kommentar wirft einen Blick auf Arbeitszeiten im europäischen Kontext  und fragt nach aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, welchen mit innovativer Arbeitszeitpolitik begegnet werden könnte.

 

Kommentar 2: Erwerbsarbeitszeit und soziale Sicherungssysteme
Roland Atzmüller (JKU Linz)

Abstract: In diesem Kommentar sollen Erwerbsarbeitszeit und die Zeit, die abseits des Arbeitsplatzes verbracht wird, mit den sozialen Sicherungssystemen zusammengedacht werden. Das soziale Recht auf Transferleistungen kann auch als Recht auf Zeit, jenseits der Erwerbsarbeit gesehen werden. Freie Zeit im Sinne von selbstbestimmter Freizeit ist sie aber nicht, da auch Notwendiges oder Fremdbestimmtes in dieser Zeit erbracht werden muss. Das Kontinuum der „freien“ Zeit reicht von Versorgungsarbeit und Reproduktion bis hin zu Spiel und Muse. Welche Auswirkungen hat die Umstrukturierung des Wohlfahrtsstaates auf Erwerbsarbeitszeit oder auf Lebensbereiche außerhalb des Erwerbsarbeitsmarktes, zu welcher Art von Arbeitsteilungen führen diese?

 

Kommentar 3: Arbeitszeit und die Ambivalenz der Flexibilisierung
Klaus Kraemer, Martin Griesbacher (Universität Graz)

Abstract: Die Debatte um eine Flexibilisierung von Arbeitszeit bewegt sich in einem Spannungsfeld aus unterschiedlichen Interessen. Unternehmen fordern zeitliche Flexibilität ihrer MitarbeiterInnen ein, um auf Marktschwankungen reagieren zu können. Für die Beschäftigten ist diese Flexibilisierung hingegen ambivalent. Bedürfnisse nach mehr Mitsprache und individueller Zeitgestaltung stehen – abhängig von Branchen und beruflicher Position – Gefahren der Selbstausbeutung, wachsender Unsicherheit und Prekarisierung gegenüber. 

 

Kommentar 4: Arbeitszeitverkürzung als Instrument der Krisenbewältigung
Susanne Pernicka, Torben Krings, Vera Glassner (JKU Linz)

Abstract: Die Debatte über Arbeitszeitverkürzung ist eingebettet in institutionelle Rahmenbedingungen, wie gesetzliche Arbeitszeitrichtlinien oder Kollektivverträge, die historisch und aktuell einem kontinuierlichen Aushandlungsprozess zwischen Arbeit und Kapital unterliegen. In den letzten 100 Jahren wurde die Wochenarbeitszeit kontinuierlich reduziert. Kurzarbeit wurde als Strategie zur Verhinderung von Massenentlassungen während der Wirtschaftskrise eingesetzt (Krisenkorporatismus).

 

Kommentar 5: Neue Perspektiven auf Arbeit und Zeit
Hubert Eichmann, Christoph Hermann (FORBA)

Abstract: Der Kommentar befasst sich mit aktuellen Konzepten zur Umgestaltung von Arbeit und Arbeitszeit. Diskussionen rund um die wachstumsgetriebene kapitalistische Logik und die Möglichkeiten einer Postwachstumsgesellschaft legen eine Reduktion der Arbeitszeit und Vervielfältigung von Arbeitsformen nahe, nicht zuletzt auf Grund der Begrenztheit ökologischer Ressourcen. Gleichzeitig bleiben die Fragen von Verteilung und Verfügung über Arbeit und Produktivität akut. Der Beitrag skizziert alternative und weiter reichende Perspektiven der Gestaltung von Arbeit und Leben.

18:30 – 19:00 Uhr

Pause mit Diskussionsmöglichkeit

19:00 – 20:30 Uhr

Podiumsdiskussion:

Zeitgemäße Arbeitszeiten – sind 30 Stunden pro Woche genug?
Es diskutieren:

  • Mag. Alice Kundtner, Stv. Direktorin der Arbeiterkammer Wien
  • Dr. Rolf Gleißner, Wirtschaftskammer Österreich
  • Mag. Markus Koza, AUGE/UG
  • Mag. Karin Papadopoulos, IBM
  • Univ.-Prof. Dr. Jörg Flecker, Universität Wien

Moderation: Dr. habil. Ursula Holtgrewe, FORBA

ab 20:30 Uhr

Ausklang bei Brot und Wein

 

durch den Abend führt Theresa Fibich

Institut für Soziologie
Universität Wien
Rooseveltplatz 2
1090 Wien

Fragen zum Studium:
T: +43-1-4277-49104
T: +43-1-4277-49105

Allgemein:
T: +43-1-4277-49201
E-Mail
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