Emily St.Denny ist außerordentliche Professorin für Public Policy an der Universität Kopenhagen. Ihre Forschung untersucht, wie Politik und politische Entscheidungsfindung Ungleichheiten verringern können, wobei ihr Fokus auf Gesundheit und Gender liegt. Ihr besonderes Interesse gilt den Mechanismen, durch die öffentliche Politik soziale Ungleichheiten abbauen kann, mit einem Schwerpunkt auf der Schnittstelle von Gesundheit, Gender und der Politik der Zeit.
Ihre Arbeit untersucht die „First Thousand Days“ des Lebens (von der Empfängnis bis zum zweiten Geburtstag des Kindes) als Schauplatz intensiver politischer Interventionen und antizipatorischer Regierungsführung, wo institutionelle Versuche, die Zukunft steuerbar zu machen, oft auf der Verantwortungsübertragung auf Eltern – und insbesondere Mütter – als primäre Akteure der Gesundheitsoptimierung und Risikominderung beruhen.
Während ihres Besuchs vom 14. bis 21. April 2026 wird St.Denny ein Doktoratsseminar zum Thema 'Time and Temporality in Social Science' leiten und Doktorand*innen dabei anleiten, Zeit nicht als neutralen Hintergrund, sondern als zentrales Medium von Macht, Ungleichheit und sozialem Wandel zu betrachten. Am 15. April 2026 wird sie den öffentlichen Vortrag 'Timing gender: How time constructs the gendered subject' am Institut für Soziologie halten und vorläufige Arbeiten zur Entwicklung eines neuen multidimensionalen Rahmens vorstellen, der verdeutlicht, wie Zeit – und insbesondere institutionelle, körperliche, narrative und affektive Temporalitäten – Geschlecht aktiv hervorbringen und aufrechterhalten.
Die Paul Lazarsfeld Gastprofessur wurde von der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien ins Leben gerufen und wird an herausragende Wissenschaftler*innen mit einem innovativen Profil in den Bereichen Theorie und Methodik der empirischen Sozialwissenschaften vergeben.
