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Michael R. Müller - Bildnis und Indivduum im Web 2.0 - Zur Hermeneutik einer veränderten sozialen Gebrauchsweise der Fotografie

Am 17. und 18.10.2017 wird Michael R. Müller im Rahmen der Vortragsreihe zum 10-jährigen Jubiläum der Visuellen Soziologie einen Vortrag und Workshop zur sozialwissenschaftlich-figurativen Hermeneutik digitaler Bildcluster halten.

Vortrag "Bildnis und Indivduum im Web 2.0 - Zur Hermeneutik einer veränderten sozialen Gebrauchsweise der Fotografie"

Der Vortrag hat – der Titel sagt es bereits – eine veränderte „soziale Gebrauchsweise der Photographie“ (Bourdieu) zum Gegenstand. Es soll um das sozialwissenschaftlich-analytische Problem gehen, dass Fotografien im gesellschaftlichen Alltagsleben und im Laufe der Zeit auf bisweilen ganz unterschiedliche Weise gebraucht und verstanden werden. Für Roland Barthes machte ihr optisch-technischer Ereignis- und Gegenstandsbezug noch zu Beginn der neunzehnhundertachtziger Jahre das Wesen der Fotografie aus (ihr „Es-ist-so-gewesen“). Eine Soziologie der Fotografie hingegen, die auch neuere, zeitgenössische Ausprägungen fotografischen Handelns erfassen will, wird berücksichtigen müssen, dass Fotografien lebensweltlich in unterschiedlichsten medialen Formen und sozialen Konstellationen Verwendung finden (als papierne Abzüge, als digitale Bildserien, als personenbezogene Ausdrucksformen, als anonyme Fotografien, als soziale Echtzeitmedien) und folglich in ihrem Ausdruckssinn und -wert höchst unterschiedlich verstanden und verwendet werden. Eine dieser möglichen Gebrauchsweisen und Verständnisformen der Fotografie ist das digitale Bildcluster, die Zusammenstellung also vieler Fotografien zu einem neuen Bildganzen und dessen Präsentation inmitten sich verändernder medialer Routinen und symbolischer Bezüge des sozialen Austauschs. Dem analytischen Problem einer sozialwissenschaftlich-figurativen Hermeneutik solch digitaler Bildcluster widmet sich der Vortrag in grundlagentheoretischen Überlegungen und exemplarischen Untersuchungen.

Dienstag, 17.10.2017, 17:30
Seminarraum 3 am Institut für Soziologie, Rooseveltplatz 2, 1010 Wien

Workshop "Figurative Hermeneutik und Bildclusteranalyse"

Ziel des Workshops ist das Kennenlernen und die Diskussion eines neuen theoretisch-methodologisch-methodisch ausgearbeiteten Zugangs zur Analyse von digitalen Bildclustern in den medialen Umgebungen des Internet, welche als soziale Austauschprozesse verstanden werden. Anhand konkreter Materialien werden die theoretischen Grundlagen und methodologischen Prinzipien erläutert sowie die Vorgehensweisen exemplarisch gezeigt und in gemeinsamen Interpretationsprozessen praktisch erprobt.Der Workshop richtet sich vor allem an Mitglieder des Forschungsschwerpunktes Visual Studies an der Fakultät für Sozialwissenschaften und ist offen für methodisch Interessierte Nachwuchswissen-schafter_innen aus anderen Bereichen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt. Um Anmeldung unter faime.alpagu@univie.ac.at wird gebeten.

Michael R. Müller hat die Professur für Visuelle Kommunikation am Institut für Medienforschung der TU Chemnitz inne. Seit August 2016 leitet er das DFG-Projekt "Stile des Lebens 2.0 – Zur Genese und Struktur querläufiger Vergesellschaftung", gemeinsam mit Hans-Georg Soeffner; von 2011-2015 das DFG-geförderte Projekt „Das Selbstbild in der Bilderwelt. Zur Soziologie der Person und ihrer Figuration in bildmedialen Beobachtungs- und Bewährungsanordnungen“, in Kooperation mit dem KWI Essen.

Der Vortrag und Workshop finden statt im Rahmen von 10 Jahre Visuelle Soziologie.

Institut für Soziologie
Universität Wien
Rooseveltplatz 2
1090 Wien

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T: +43-1-4277-49104
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