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Neuerscheinungen - Monographien
2010 - 2014


Ana Mijić

Verletzte Identitäten. Der Kampf um den Opferstatus im bosnisch-herzegowinischen Nachkrieg.

Seit der Unterzeichnung des »Allgemeinen Rahmenabkommens von Dayton über einen Frieden in Bosnien und Herzegowina« im Jahr 1995 schweigen in der ehemaligen Teilrepublik Jugoslawiens die Waffen. Dennoch bestimmt seit nunmehr fast 20 Jahren ein »Nachkrieg« das Leben der Menschen. Ana Mijic zeigt mithilfe einer wissenssoziologisch fundierten, objektiv-hermeneutischen Analyse, wie Serben, Kroaten und Bosniaken durch das Fortbestehen der alten Feindbilder an einer wirklichen Auseinandersetzung mit der Kriegsvergangenheit gehindert werden. Jede Volksgruppe versucht, die eigene, durch die Konfrontation mit konkurrierenden Wahrheiten verletzte Identität zu heilen, indem sie sich beharrlich ausschließlich als Opfer von Vertreibung und Mord betrachtet.

Mijić, Ana (2014). Verletzte Identitäten. Der Kampf um den Opferstatus im bosnisch-herzegowinischen Nachkrieg. Frankfurt/New York: Campus


Jörg Flecker, Franz Schultheis, Berthold Vogel (Hg.)

Im Dienste öffentlicher Güter. Metamorphosen der Arbeit aus der Sicht der Beschäftigten.

Der öffentliche Sektor bildete über einen langen Zeitraum hinweg den arbeits- und sozialrechtlich stilbildenden Kern der Arbeitsgesellschaft. In den letzten Jahren haben sich jedoch weite Bereiche der öffentlichen Dienstleistungen von einem Stabilitätszentrum der Arbeitswelt zu einem Ort der Umbrüche entwickelt, an dem unsichere, bisweilen prekäre Beschäftigungsverhältnisse deutlich an Gewicht gewinnen. Dieser Band widmet sich in vergleichender Perspektive der Analyse des Wandels der Arbeit in öffentlichen Dienstleistungen - konkret: in Krankenhäusern, bei der Post sowie in den kommunalen Verwaltungen und Diensten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei nehmen die Beiträger/innen konsequent die Perspektive der Beschäftigten ein, um die Frage zu beantworten, mit welchen Chancen und Belastungen, mit welchen Interessen und Widersprüchen die Veränderungen für die Arbeitenden verknüpft sind. So kann aufgezeigt werden, wie Ökonomisierung, Privatisierung und New Public Management in Form von Verteilungsfragen und Anerkennungskonflikten, in Form von Herausforderungen beruflicher Identitäten und Auseinandersetzungen über das Gemeinwohl wirksam werden.

  • pdf Inhaltsverzeichnis

Flecker, Jörg/ Schultheis, Franz/ Vogel, Berthold (Hg.) (2014). Im Dienste öffentlicher Güter. Metamorphosen der Arbeit aus der Sicht der Beschäftigten. Berlin: Edition Sigma.


Hildegard Weiss, Philipp Schnell, Gülay Ates (Hg.)

Zwischen den Generationen. Transmissionsprozesse in Familien mit Migrationshintergrund

Dieser Band rückt innerfamiliäre Transmissionsprozesse in Familien mit Migrationshintergrund in den Mittelpunkt. Die Beiträge untersuchen innerfamiliäre Weitergabe in den Bereichen Sprache, Bildung und Mobilität, Heirat und Kontakte bis hin zu Werte, Tradition und Religion. Wandel und Kontinuität zwischen den Generationen nehmen dabei eine Schlüsselstellung ein. Die hier präsentierten Forschungen zeigen in einer ausgewogenen Verbindung von quantitativen und qualitativen Fallstudien, wie intergenerationale Dynamiken die Konturen der Lebenswege und Erfahrungen der Nachfolgegenerationen von MigrantInnen bestimmen und die individuellen Lebensverhältnisse und Chancen außerhalb des Elternhauses beeinflussen. Sie ermöglichen es darüber hinaus, Langzeit-Effekte der Einwanderung in der Aufnahmegesellschaft aufzudecken und theoretische Überlegungen zum Integrationsverlauf zu überdenken.

Der Inhalt
• Sprache, Werte, Religion: Ethnische Identitäten im Mainstream
• Projekt Migration: Statusgewinn, Überwindung von Armut oder Stagnation
• Familienbeziehungen und Kommunikation: Brüche und Kontinuitäten zwischen den Generationen

Weiss, Hildegard/ Schnell, Philipp/ Ates, Gülay (Hg.) (2014). Zwischen den Generationen. Transmissionsprozesse in Familien mit Migrationshintergrund. Springer VS Verlag


Coverbild des Buches

Julia Dahlvik, Christoph Reinprecht und Wiebke Sievers (Hg.)

Migration und Integration - wissenschaftliche Perspektiven aus Österreich

Migration ist eine klassische Querschnittsmaterie, die in den unterschiedlichsten Disziplinen erforscht wird. Der interdisziplinäre Austausch wird dabei meist vernachlässigt. Durch die regelmäßige Dokumentation von Forschungsfragen und Ergebnissen der österreichischen Forschung zu diesem wichtigen Thema schafft das Jahrbuch für Migrations- und Integrationsforschung hier Abhilfe. Die Beiträge des zweiten Bandes befassen sich sowohl mit klassischen Themen wie Integration und Nachbarschaft als auch mit aktuellen Aspekten von Asyl und Irregularität. Den Bereichen Sprache und Theologie sind weitere Beiträge gewidmet. Die AutorInnen behandeln theoretische und methodologische Fragestellungen, aber auch die Umsetzung von Forschungserkenntnissen in die Praxis. Das Jahrbuch richtet sich insbesondere an die deutschsprachige Forschungsgemeinschaft, darüber hinaus aber auch an ein breiteres Publikum, das an neuen Zugängen zu migrationsbezogenen Fragen interessiert ist.

Dahlvik, Julia/ Reinprecht, Christoph/ Sievers, Wiebke (Hg.) (2014). Migration und Integration - wissenschaftliche Perspektiven aus Österreich. Jahrbuch 2/2013. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.


Marie Rodet und Christoph Reinprecht

Mémoires et migrations en Afrique de l’Ouest et en France

Anspruch der aktuellen Ausgabe der "Revue européenne des migrations internationales" ist es, über die vorherrschenden Forschungsansätze hinauszugehen, indem das Themenfeld "Migration und Erinnerung" einerseits in eine long durée-Perspektive von Migrations- und Dependenzprozessen eingebettet und andererseits der Frage nachgegangen wird, unter welchen Bedingungen alternative Migrationsnarrative und Gegennarrative sichtbar gemacht werden können. Dieser Anspruch ist dadurch begründet, dass kollektive Erinnerung für soziale Macht funktional ist. Erinnerungen und Narrationen von Migration werden von hegemonialen Diskursen vor allem dann verschleiert, wenn es sich um beschämende und traumatisierende Erfahrungen, z.B. um Kolonialismus, Sklaverei, Unterdrückung, Zerstörung und Krieg handelt. Die im Heft versammelten Beiträge stellen die spezifische Beziehung zwischen individuellen und kollektiven Erfahrungen der Unterdrückung, von Migration und Erinnerung zur Diskussion. Sie zeigen, dass erst auf dieser Basis ein Sichtbarmachen von alternativen Narrativen und Gegennarrativen möglich ist.

Rodet,Marie / Reinprecht, Christoph (2013). Mémoires et migrations en Afrique de l’Ouest et en France, Revue Européenne des Migrations Internationales.


Ulrike Froschauer

Organisationen in Bewegung. Beiträge zur interpretativen Organisationsanalyse

Der vorliegende Band beschäftigt sich mit Fragen, welchen Stellenwert Organisationen in modernen Gesellschaften einnehmen, wie Organisationen funktionieren und mit welchen theoretischen Konzepten und methodischen Verfahren sie sich am besten erforschen lassen. Den Ausgangspunkt dafür bildet eine interpretative Perspektive. Eine interpretativ orientierte Organisationsanalyse sieht Organisationen nicht als gegebene Entitäten an, sondern geht von einer Organisationswirklichkeit aus, die kontinuierlich in der Auseinandersetzung mit der alltäglichen Lebenswelt der Mitglieder hergestellt wird. Organisationen werden daher als Deutungsgebilde verstanden, die permanent in Bewegung sind und deren Entwicklungslogik und -dynamik nur im systematischen Verstehen erschlossen werden können. Aus diesem Grund werden neben den theoretischen Ausführungen Methoden zur Erforschung von Organisationswirklichkeiten sowie empirische Studien vorgestellt.

Ulrike Froschauer (2012). Organisationen in Bewegung. Beiträge zur interpretativen Organisationsanalyse. Wien: Facultas wuv.


Sighard Neckel, Ana Mijic, Christian von Scheve, Monica Titton

Sternstunden der Soziologie
Wegweisende Theoriemodelle des soziologischen Denkens

Jede Wissenschaft hat ihre großen Entdeckungen - so auch die Soziologie. In diesem Band sind erstmals kompakt und übersichtlich jene theoretischen Modelle des soziologischen Denkens zusammengestellt, die als bahnbrechend gelten können und sich in der Erforschung von Gesellschaft vielfach bewährt haben. Die Erklärungen des Sozialen reichen vom "Thomas-Theorem" bis zur "Selffulfilling Prophecy", vom "Königsmechanismus" und dem "Tocqueville-Paradox" bis zum "Gefangenendilemma". Mit ihrer Kombination aus berühmten Originaltexten und ergänzenden Kommentaren bieten die Herausgeberinnen und Herausgeber eine exemplarische Einführung in die Denkweise der Soziologie, die den "soziologischen Blick" schult. Die "Sternstunden der Soziologie" zeigen, welche sozialen Mechanismen das gesellschaftliche Leben bestimmen, was die soziologische Analyse auszeichnet und wodurch sie sich von anderen wissenschaftlichen Herangehensweisen unterscheidet.

Sighard Neckel, Ana Mijic, Christian von Scheve und Monica Titton (Hg.) (2010).Campus-Verlag. Sternstunden der Soziologie. Wegweisende Theoriemodelle des soziologischen Denkens, Frankfurt/M., New York: Campus.


Claudia Honegger, Sighard Neckel, Chantal Magnin

Strukturierte Verantwortungslosigkeit - Berichte aus der Bankenwelt

Zur Finanzkrise sind schon viele Publikationen erschienen, sie lassen den zeitweiligen Zusammenbruch der Geldmärkte 2008/2009 jedoch meist als anonymes Geschehen abrollen. Diese Studie befasst sich hingegen mit den handelnden Personen selbst: Wie deuten Banker und Bankerinnen die Finanzkrise? Wie ist es dazu gekommen? Fühlen sie sich verantwortlich für das Debakel? Claudia Honegger, Sighard Neckel und Chantal Magnin sind mit ihren Forschungsteams in den verschwiegenen Kosmos der Banken eingedrungen und haben mit Finanzfachleuten in Frankfurt am Main, Wien und in der Schweiz gesprochen. Die daraus entstandenen soziologischen Porträts zeichnen ein eindrückliches Panorama der Bankenwelt, ihrer Praktiken und Denkstile. Thematische Essays und Feldbeschreibungen schärfen den analytischen Blick auf eine ökonomische Machtsphäre, in der niemand für die Krise Verantwortung übernehmen mag. Und selbst wenn dies jemand tun wollte, wäre fraglich, ob es angesichts der strukturierten Verantwortungslosigkeit im Finanzwesen überhaupt möglich wäre.

Claudia Honegger, Sighard Neckel und Chantal Magnin (2010). Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt, Berlin: Suhrkamp-Verlag.


Philipp Rode, Rudolf Giffinger, Christoph Reinprecht

Soziale Veränderungsprozesse in Wien

Der Werkstattbericht behandelt die Thematik sozialer Veränderungsprozessen im Stadtraum vor dem Hintergrund des sozialstrukturellen und demographischen Strukturwandels, verstärkter Mobilität und globaler Migration. Es werden die Ergebnisse von zwei aufeinander bezogenen Studien zusammengefasst: eine Analyse kleinräumiger Konzentrations- und Segregationsprozesse aus gesamtstädtischer Perspektive sowie vertiefende Sozialraumanalysen zu den sozialen Dynamiken in acht ausgewählten Stadtgebieten. Ziel der Forschung war es, gebietsbezogene Ressourcen und Potentiale für sozialräumliche Konflikt- und Entwicklungspotentiale zu identifizieren.

Philipp Rode / Rudolf Giffinger/ Christoph Reinprecht (2010). Soziale Veränderungsprozesse im Stadtraum. Wiener Sozialraumanalyse mit Vertiefung in acht ausgewählten Stadtvierteln. Werkstattbericht 104. Wien: MA 18 Stadtentwicklung und Stadtplanung.


Institut für Soziologie
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